Junge Mitarbeiter reichen nicht: Digitale Kompetenzen in Unternehmen bringen

Smartphone, Soziale Medien und digitale Kommunikation gehören für deutsche Schüler längst zum Alltag. Doch wie steht es wirklich um die digitalen Kompetenzen der so genannten „Digital Natives“? Das Berliner Forschungsinstitut Trendence hat dies in einer repräsentativen Studie untersucht und kommt zu einem alarmierenden Ergebnis.

21.000 Schüler der Klassen 8 bis 13 hatten die Berliner Forscher befragt mit dem Ziel, die Auswirkungen des Turboabiturs zu untersuchen. Doch nebenbei prüften sie auch die digitalen Kompetenzen der Schüler. Dabei kam heraus: Nur 15 Prozent der Schüler haben die Digitalisierung tatsächlich in ihr Leben und ihren Alltag integriert. Das heißt: Nur jeder siebte denkt wirklich digital und verfügt über Kompetenzen und fundierte Erfahrungen in diesem Bereich.

Youtube-Videos anzuschauen reicht nicht

Allein der Konsum von Youtube-Videos oder das Veröffentlichen von Fotos in sozialen Netzwerken, sind noch kein Anzeichen für digitale Kompetenz.

Ob ein Schüler zu den Digitals zählt oder nicht, untersuchte das Trendence-Institut daher anhand verschiedenen Kriterien – beispielsweise, ob die Befragten einen eigenen Youtube-Kanal oder eine eigene Webseite betreiben, ob sie einen Blog schreiben oder einen Drucker installieren können.

Auch im internationalen Vergleich schneiden deutsche Schüler schlecht ab. Eine Vergleichsstudie, an der auch das Goethe-Institut beteiligt war, sieht die computer- und informationsbezogenen Kompetenzen deutscher Schüler international nur im Mittelfeld. Ganz nebenbei: Veröffentlicht wurde diese Studie bereits 2014. Passiert ist seitdem wenig. Die vielfach erhobene Forderung, Informatik als Pflichtfach einzuführen, ist bisher in keinem Bundesland umgesetzt. Schlimmer noch: Digitale Bildung als fächerübergreifende Schlüsselkompetenz ist in den Schulen noch gar nicht angekommen.

Was bedeutet das nun für Arbeitgeber?

Annekatrin Buhl vom Trendence-Institut warnt Unternehmen vor einem gefährlichen Trugschluss: Nur weil die neue Generation zu den Digital Natives zählt, sind junge Mitarbeiter noch lange keine Experten für digitale Themen. „Es reicht nicht, junge Leute einzustellen und darauf zu hoffen, dass das Unternehmen in die digitale Moderne führen“, so Annekatrin Buhl. Vielmehr müssten Unternehmen gezielt nach Menschen mit einem „digitalen Mindset“ suchen. Diese seien allerdings auf dem Arbeitsmarkt knapp und schwer zu finden. Insofern seien Unternehmen zunehmend gefordert, selbst in die Ausbildung der digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter zu investieren.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.